Los Angeles / Warner Bros. Studios / Hollywood
03. November
Heute standen Hollywood und seine Stars und Sternchen auf dem Programm. Hollywood selbst ist eine eigenständige Stadt, genauso wie Beverly Hills, am Ende wird aber trotzdem alles unter Los Angeles zusammengefasst und ist eine riesige Metropolregion. Über den Dächern dieses großen Gebiets liegen die Hollywood Hills, eines der Viertel in der viele der Reichen und Berühmten leben. Hier fuhren wir mit unserem dezenten Auto entlang und waren dadurch perfekt angepasst. Tatsächlich gibt es dort rund um den bekannten Mullholland Drive sehr sehr viele riesige und unbezahlbare Villen, viele mit Zäunen vor neugierigen Blicken geschützt. Aber zwischendrin stehen auch immer mal wieder einfachere Häuser, die mittlerweile wohl aber auch ein halbes Vermögen wert sind. Nach unserer kleinen Erkundungstour ging es für uns weiter nach Burbank. Hier liegen die Warner Bros. Studios, eines der größten Filmstudios der Welt.
Um sie zu erkunden haben wir eine Studiotour gebucht. Nach der Anmeldung ging es mit kleinen Golfcars auf eine etwa 3 stündige Entdeckungsreise durch die Traumfabrik und das hat sich wirklich gelohnt. Wir haben viele spannende Geschichten gehört und bekannte Kulissen gesehen. So wurde uns zum Beispiel erklärt das viele Gebäude in denen sich Büros für die Produktionen befinden sehr schnell ummodelliert werden können. Tauscht man zum Beispiel bei einen der Gebäude schnell die Türklinken gegen Kartenschlösser aus, hängt Nummern an die Türen und stellt einen Wäschewagen vor die Tür hat man ein Motel. Das Haus in dem sich die Rechtsabteilung befindet hat aber bereits auch schon als Polizeiwache, Krankenhaus oder Flughafen gedient. Ein paar zusätzliche Requisiten und schon glaubt man alles, was gezeigt wird.
Ein weiteres Beispiel war der Dschungel. Hier hat man über Jahre hinweg einen scheinbar undurchdringlichen Dickicht aus Bäumen und Sträuchern gepflanzt und er war bereits Drehort für unzählige Filme und Serien, wie Jurasic Park, Big Bang Theory oder the Last Samurai. Nächster Stop war eine kleine Straße mit vielen Einfamilienhäusern, alle genutzt als Produktionsbüros und von außen schon in zahlreichen Filmen aufgetaucht. Dann ging es in die größte Kulisse in den Studios und wenn man hier ist, hat man sofort Bilder vor Augen von Szenen die hier gedreht wurden. Beispielsweise ist dies der Hauptplatz mit dem Pavillon von Stars Hollow aus Gilmore Girls.
Dreht man sich um 45° steht man (zumindest als wir dort waren) vor dem Rathaus aus Pretty Litte Liars, die auch schon als Gefängniskulisse genutzt wurde, an der Seite des selben Gebäudes liegt wiederum der Eingang der Rosewood High School. Dreht man sich auf dem Platz noch einmal steht man vor einer Kirche die schon eine Menge Hochzeiten und Beerdigungen der Filmgeschichte miterlebt hat. Dutzende Produktionen wurden hier schon realisiert und wechselnde Einstellungen, unterschiedliche Straßenlaternen oder abnehmbare Blätter an den Bäumen sorgen für Abwechslung. In San Francisco haben wir ja die originale Kulisse von Full House gesehen, hier gibt es einen eins-zu-eins Nachbau des Hauses für die Fortsetzung der Serie Fuller House zu sehen. Natürlich mussten wir uns davor auch fotografieren.
Neben den riesigen Außenkulissen gab es auch einiges in den Gebäuden zu sehen. Zum Beispiel eine Ausstellungen ganz Harry Potter gewidmet. Hier wurden verschiedenste originale Requisiten aus den Filmen ausgestellt und man kann sich vom sprechenden Hut einem Haus zuweisen lassen. Weiter geht es mit Kulissen und Requisiten aus verschiedensten Filmen und Serien und man bekommt einen kleinen Eindruck, wie aufwendig die Produktion eines Films sein kann.
Die Warner Bros. Studios liegen direkt in einer Einflugschneise, deswegen war man gezwungen sogenannte Soundstages zu bauen. Diese Studiogebäude sind isoliert, vom Wetter unabhängig und bieten beste Möglichkeiten für Dreharbeiten. In den unzähligen Hallen entstehen zur Zeit vor allem Serien, wie The Big Bang Theory oder Shameless. Aber auch Shows, wie die Ellen Show von Ellen DeGeneres oder die Conan Show. Nach der Tour ging es für uns drei in das Smoke House. Direkt auf der anderen Straßenseite ist es eine der Adressen für die Stars während der Dreharbeiten und George Clooney hat sogar seine eigenen Produktionsfirma nach diesem Restaurant benannt. Uns zog es aber hauptsächlich wegen des hochgelobten Knoblauch-Käsebrots dort hin und wir wurden nicht enttäuscht. Es gilt als Weltbekannt und allein dafür hat lohnt sich ein Ausflug in das urige Lokal.
Nach den Studios fuhren wir wieder zurück auf die andere Seite der Hollywood Hills zum berühmten Hollywood Boulevard. Die wohl bekannteste Straße der Stadt an der neben dem Walk of Fame auch das Dolby Theater zu finden ist, in dem jedes Jahr die Academy Awards (Oscars) verliehen werden. Bianca hatte sich vorgenommen alle Sterne des Walk of Fames abzulaufen und wir beschlossen sie dabei zu begleiten. So bekamen wir einen Eindruck der kompletten Straße und dieser passte sich gut in das Gesamtbild von Los Angeles ein. Wenn es nicht gerade direkt vor dem Dolby Theater war (welches von außen auch eher aussieht wie eine etwas in die Jahre gekommene Shopping Mall), dann lungerten alle paar Meter Obdachlose herum, waren Straßenlaternen kaputt oder die einst so berühmten Kinos und Geschäfte billigen Ramschläden gewichen. Die meisten der bekannten Stars haben ihre Sterne direkt am Anfangsbereich und je weiter man sich von der Hauptzone entfernt, desto unbekannter werden die Namen. Vom alten Glanz und dem Mythos ist leider nicht mehr viel zu spüren und die Stadt hat große Mühen sich wieder einen guten Ruf aufzubauen. Trotzdem entdeckt man immer wieder bekannte Namen und es ist eine interessante Erfahrung viele Größen aus Kino, Film, Radio, Fernsehen und der Musik zu finden.
Um einen der begehrten Sterne zu bekommen muss man wohl 40.000 Bewerbungsgebühr bezahlen, beruflich über mehrere Jahre erfolgreich und gemeinnützig tätig sein. Dann wird man von einem Komitee überprüft und bekommt eventuell einen Platz für seinen Stern zugewiesen. Aktuell sind es 2622 und als wir dort waren wurde postum der Stern von Selena Quintanilla-Pérez enthüllt, einer Tejano-Sängerin, welche 1995 erschossen wurde. Erstaunlich für uns war es das einige Größen, wie George Clooney, Brad Pit oder George Lucas keinen Stern haben. Sie haben da kein Interesse daran und sind wohl so schon bekannt genug. Weniger verwundert hat uns jedoch, dass Donald Trump seinen eigenen Stern hat und noch viel weniger, dass dieser völlig zerkratzt und zugeklebt war.
Bis auf eine kleine Ecke, die wir wegen der Enthüllung nicht entlang gehen konnten, haben wir alle Sterne abgelaufen und sind damit mehr als 5 km gelaufen. Danach vielen wir nur noch ins Bett und konnten davon Träumen irgendwann auch mal einen Stern zu bekommen.