Victoria
20. Oktober
Vancouver und Vancouver Island ist bekannt für seine Waltouren bei denen man die berühmten Orcas ganz nah erleben kann. Das war einer der Gründe, warum wir hier hergekommen sind. Doch wieder einmal war das Wetter ein wenig gegen uns. Nachdem beim ersten Anbieter kurzfristig das Schiff mit Motorschaden nicht auslaufen konnte, musste der zweite Anbieter wegen zu starkem Wind absagen. Etwas resigniert haben wir dann beschlossen statt direkt in Vancouver, dieses mal einen weiteren Versuch auf Vancouver Island zu wagen. Hier lag sowieso unsere nächste Unterkunft und eine Fährüberfahrt brauchten wir so oder so. Also buchten wir eine Überfahrt nach Victoria, der Inselhauptstadt und dort unsere Waltour, damit wir danach weiter zu unserer Unterkunft fahren können.
Am morgen des 20. haben wir zeitig gepackt und kämpften uns durch den Berufsverkehr bis zum Tsawwassen Fährterminal. Hier war unsere Hoffnung auf eine tatsächlich stattfindende Waltour noch relativ gering. Regen und Wind sorgten für ein eher trostloses Bild. Nach etwa 1,5 Stunden Überfahrt vorbei an den vielen kleinen vorgelagerten Inseln von Vancouver Island kamen wir am Fährhafen von Victoria an. Pünktlich mit dem Anlegen riss der Himmel auf und mit einem letzten Regenbogen verschwanden die Regenwolken. Bis zum Abend hat es dann nicht noch einmal geregnet und auch die Sonne war fast ständig zu sehen. Daher stand der Waltour tatsächlich nichts mehr im Wege.
Von Victorias Hafen ging es mit dem Anbieter Prince of Wales auf einem halboffenen Boot hinaus aufs Meer. Von drei Guides betreut, bekam man schon während der Fahrt viele spannende Infos zu den Walen und ihren Eigenarten. Die einzelnen Anbieter stehen in ständigen Funkkontakt und tauschen sich über die Position der letzten Walsichtung aus, deswegen dauerte es auch nur etwa eine Stunde bis wir die ersten Orcas sehen konnten. Eine kleine Familie schwamm in etwa 100m Entfernung von unserem Boot (näher darf man nicht ran) und war immer wieder zwischen dem Abtauchen an der Oberfläche zu sehen. Es sind wirklich beeindruckende Tiere und so nah kommt man ihnen in der freien Wildbahn wohl selten. Die Walgruppe gehört übrigens zum Muttertier mit dem Namen TO49A, man kann sie an den Mustern auf der Rückenflosse unterscheiden.
Um Vancouver Island gibt es zwei verschiedene Arten von Orcas, die Residents und die Transients. Residents bleiben in einem relativ kleinem Bereich und ernähren sich dort vorrangig von Lachs und die Transients ziehen weiter und ernähren sich von Robben. Auf unserer Tour haben wir eine kleine Gruppe der Transients sehen können, diese springen nur leider nicht so häufig aus dem Wasser, daher war leider nur ein Teil der Wale zu sehen. Neben der Orca Gruppe, der wir für etwa 30 Minuten folgten, haben wir auch einen Buckelwal beobachtet. Diese Wale haben keine Schwanzflosse sondern nur den klassischen Buckel und sind meistens allein unterwegs. Da sie für mehr als 15 Minuten abtauchen konnten wir ihn leider nur einmal Auftauchen sehen, bevor wir die Rückfahrt antraten.
Hier ging es noch einmal vorbei an einem Weißkopfseeadler und einigen Seehunden zurück in den Hafen. Nach dem Anlegen und kurzem Umziehen (kurz vor Ankunft erwischte uns eine ziemliche Welle) ging es mit dem Auto auf dem Weg in den Norden von Vancouver Island, nach Tofino, wo unsere Unterkunft für die nächsten Tage liegt. Die Strecke dorthin ist etwa 300km lang und führt vorbei an kleinen Buchten und über Serpentinen quer über die Insel. Am Abend kommen wir wohlbehalten in unserem Airbnb an, wo auch schon ein warmer Tee auf uns wartet. Wohnzimmer, Küche, Schlafzimmer und Bad liegen in einer kleinen Einlieger Wohnung in einem niedlichen Holzhaus. Ziemlich rustikal, aber sehr gemütlich, lässt es sich dort gut aushalten.