Tag 26 und 27 – Seattle

Veröffentlicht am Veröffentlicht in Ziele

Seattle

23. und 24. Oktober

Am 23. Oktober hieß es "Bye, Bye Canada". Noch vor dem Sonnenaufgang ging es in Tofino los in Richtung Nanaimo. 200km Fahrt im Morgengrauen vorbei an vielen kleinen Seen und beeindruckenden Bergen (irgendwo gibt es davon wohl auch Bilder, glauben wir, wissen es aber nicht mehr genau). In Nanaimo geht es zum Fährterminal, wo wir pünktlich für die Überfahrt nach Vancouver sind. Bis die Durchsage kommt, dass die Tür der Fähre kaputt ist und erst repariert werden muss. Als nächstes lief den Arbeitern Hydrauliköl in das Hafenbecken, welches noch entfernt werden musste. Dann fuhr die Fähre wieder weg zu einem Terminal am anderen Ende von Nanaimo zum Entladen. Nach einer weiteren halben Stunde kam die Durchsage, dass wir auch zu diesem Terminal fahren sollen. Am Ende fuhren wir mit etwa 3 Stunden Verspätung gegen 13.30 Uhr los, kamen 15.30 Uhr an und waren froh, dass wir die Weiterfahrt von Vancouver anders gelöst haben, als ursprünglich geplant.

Unser erster Plan war es, für die Etappe von Vancouver nach Seattle den Zug zu nehmen. Wir mussten dann feststellen, dass für die zeitlich passenden Züge keine Tickets mehr verfügbar waren und dass es mit dem Bus auch relativ teuer ist, sobald man mehr als ein Handgepäckstück mitnehmen möchte. Da wir mit diversen Koffern und Rucksäcken für die Technik unterwegs sind, viel diese Variante weg. Wir haben dann auf gut Glück noch einmal nach Mietwagen geschaut und dank des Personalrabatts selbst mit Sprit einen günstigeren Preis erhalten, als per Zug.

 

Also war unser nächstes Ziel der Flughafen, wo wir bei Enterprise zunächst unser neues Auto beluden, eine Limousine von Honda. Dann haben wir den Minivan abgegeben und fuhren in Richtung Süden. Nach etwa einer halben Stunde erreichten wir den Grenzübergang zu den USA. Wir haben schon Horrorgeschichten gehört und waren auf das schlimmste eingestellt. Am Ende waren wir das dritte Auto in der Schlange und nach nicht mal 2 Minuten Pass scannen und erklären, dass wir auch wieder das Land verlassen wollen wurden wir mit einem freundlichen "Welcome back!" erneut in den Staaten begrüßt. Das war bisher wohl eine der größten Überraschungen in diesem Urlaub. Nach dieser zügigen Einreise ging es weitere 2 Stunden südlich, bis wir kurz nach Sonnenuntergang die Skyline von Seattle passierten. Hier die nächste Überraschung: die berühmte Spaceneedle ist winzig, verglichen mit den restlichen Hochhäusern und wenn man erst den CN-Tower gesehen hat, noch viel mehr.

 

Als nächstes ging es wieder zum Flughafen, Autos tauschen war angesagt. Kleine Limousine bei Enterprise abgeben, 20m weiter zu Alamo gehen und ein etwas größeres Auto wieder abholen. Eigentlich hatten wir die Fullsize SUV Klasse gebucht, damit wir für die nächsten Wochen gut ausgestattet sind und alles im Auto unterbringen können. Da der Mitarbeiter aber sehr nett war, bekamen wir ein kostenloses Upgrade auf die nächsthöhere Klasse. Dieses Angebot nahmen wir natürlich dankend an, denn das bedeutet für uns einen Chevrolet Suburban. Ein schwarzes Biest mit 5,3l Hubraum und 355PS. Nicht gerade das perfekte Auto für die Stadt, aber US Parklücken sind größer und für die langen Touren ist er super geeignet. Selbst der Spritverbrauch ist noch relativ human und bei Preisen von 0,50 - 0,80 € pro Liter zu verkraften.

Nachdem wir die Koffer eingeladen haben, ging es zu unserer Unterkunft in einem Wohnviertel in West Seattle. Dort wartete schon Bianca auf uns, die uns in den nächsten Wochen begleiten wird und heute Vormittag bereits am Flughafen gelandet war. Das Airbnb ist dieses mal eine geteilte Unterkunft in einem Haus. Neben uns drei, sind noch ein Amerikaner und ein Pärchen aus England und China da (welches auch ein Jahr in Mainz gelebt hat). Alle 3 sehr nett und wir kamen gut miteinander aus. Danach ging es ins Bett, da es für uns alle ein relativ anstrengender Tag war.

 

Am nächsten Morgen führte der erste Weg zum Supermarkt, wo wir uns mit Müsli und Fahrscheinen für den Tag eindeckten. Nach dem Frühstück fuhren wir mit dem Bus in die Stadt und machten uns auf eine kleine Erkundungstour zu Fuß. Den ersten Stopp machten wir am Pike Place Market, einen der ältesten Bauernmärkte in den Staaten. Neben viel Obst und Gemüse, gibt es dort auch eine Menge Fisch und Fleisch oder Honig zu kaufen, aber auch Handarbeiten der Indianer und Kunst. Von der Markthalle ging es zum 53m hohen Seattle Great Wheel, ein Riesenrad direkt am Hafen. Wir genossen den Blick aber lieber vom Boden aus. Um Seattle herum gibt es eine Menge Wasser und sehr sehr viele Berge, einige von ihnen sogar schneebedeckt. Das sorgt für ein tolles Panorama.

 

An der Uferpromenade ging es zum Olympic Sculpture Park, einer Grünanlage mit Blick auf die Bucht in der einige große Skulpturen stehen. Von dort hatte man auch wieder einen tollen Blick auf die Spaceneedle. Wie wir bei Nacht schon sehen konnten, ist sie nicht so groß, wie man das von den Fernseh- und Filmbildern erwartet hätte. Mit nur 184m ist sie das achthöchste Gebäude in Seattle und geht deshalb fast ein bisschen unter. Außergewöhnlich ist der 1962 zur Weltausstellung gebaute Turm aber trotzdem und ein tolles Fotomotiv.

Nach einem kurzen Vergleich der Preise entschieden wir uns gegen eine Fahrt auf die Spaceneedle und fuhren dafür zum Columbia Center, ein Hochhaus in der Innenstadt. Dort gibt es eine Aussichtsplattform, genannt Sky View Observatory. Mit 285m ist es das höchste Gebäude an der Westküste und bietet für einen erstaunlich günstigen Preis eine tolle Rundumsicht über Seattle und die Umgebung mit den zahlreichen Bergen, wie den auffälligen Mount Rainier der mit 4392m die umliegenden Berge überragt. Von der Aussichtsplattform aus hat man auch einen tollen Überblick über die vielen Seen und Buchten rund um die Stadt. Das Ufer einer dieser Buchten war dann auch unser nächstes Ziel der Gas Works Park.

 

Diese schön angelegte Parkanlage liegt direkt am Lake Union und ist seit 1975 für die Öffentlichkeit zugänglich. Dort stehen die rostenden Überreste des einzigen noch stehenden Kohlegaswerks der USA, die gut in den Park eingebunden werden und man hat einen fantastischen Blick über Seattles Skyline. Wir waren pünktlich zum Sonnenuntergang dort und konnten zu sehen, wie sich der Himmel verfärbte und die Lichter in den Hochhäusern langsam angingen. Viele Jogger, Fotografen, Pärchen und Nachtschwärmer kommen in den Park um sich das Schauspiel anzusehen. Normalerweise liegt Seattle meist im Nebel, also hatten wir Glück und konnten einen wolkenfreien Himmel genießen.

 

Nach dem die Sonne hinter dem Horizont verschwunden war, fuhren wir wieder mit dem Bus zurück in die Stadt und nutzten die Chance noch eimal auf das Sky View Observatory zu fahren, da man hier durch den Stempel am Tag so oft hochfahren kann, wie man das möchte. Seattle bei nacht war auch noch einmal toll anzusehen und ein schöner Abschluss für einen langen Tag.