Tag 41 – Grand Canyon

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Grand Canyon

07. November

Heute stand eines der Highlights auf dem Programm, auf die wir uns mit am meisten gefreut haben: der Grand Canyon. Eine Schlucht mit gigantischen Ausmaßen und weltbekannt. Insgesamt erstreckt sich der Grand Canyon über 450km, ist zwischen 6km und 30km breit und bis zu 1800m tief. Das klingt alles sehr beeindruckend und wir waren gespannt, wie es in wirkt, wenn man direkt davor steht.

 

Tusayan, der Ort in dem wir für 2 Nächte übernachten werden, ist vollkommen auf Tourismus ausgelegt. Ein Hotel reiht sich an das nächste Motel und mehr als Souvenirshops, Restaurants und einem Kino gibt es hier nicht und selbst die Preise bei McDonalds und Co sind wesentlich teuer, als im Rest des Landes. Aber als Ausgangspunkt für Touren in den Nationalpark ist es bestens geeignet. Eigentlich wollten wir zum Sonnenaufgang aufbrechen, aber das Wetter machte uns einen Strich durch die Rechnung. Bei um die 0°C und starker Bewölkung drehten wir uns noch einmal um und fuhren zu einer etwas weniger unmenschlichen Zeit los. Etwa 15 Minuten später kamen wir am Mather Point in Grand Canyon Village an und hier hat man den ersten Blick über die Schlucht und sie ist wirklich beeindruckend. Bis zum Horizont erstrecken sich die Ausläufer und alles im berühmten roten Gestein. Klein in der Schlucht sieht man an einer Stelle etwa 1.5km unterhalb des Aussichtspunkts den Colorado River. Von dort oben wirkt er winzig, aber eigentlich ist er 90m breit.

 

Nach dem ersten Eindruck beschlossen wir ein Stück wandern zu gehen und wählten den Bright Angel Trail, dieser ist insgesamt 12,6km lang und überwindet 1300 Höhenmeter. Ganz so verrückt sind wir dann aber doch nicht, da auch überall empfohlen wird es gar nicht erst zu probieren den kompletten Weg an einem Tag herunter und wieder hinauf zu laufen. Anders als in den Bergen kommt hier der anstrengende Teil erst auf dem Rückweg, da man zuerst in den Canyon hinein läuft. Auf einem steilen Serpentinenweg liefen wir hinab und man hat immer wieder einen fantastischen Blick über das Tal. Immer wieder trifft man auf diesem Weg auf Mulis, die Touristen, Ranger und Werkzeug hinab in den Canyon bringen. Sie sind die einzige Möglichkeit schwere Lasten zu transportieren.

 

Vorbei an steilen Felswänden und durch kleine Steintore erreichten wir nach 2.6km den ersten Rastplatz, hier beschlossen wir einen Moment zu bleiben, da man eine fantastische Aussicht hatte. Wir hatten Glück und der Himmel riss auf und das blau bildete einen tollen Kontrast zum roten Gestein. Unzählige Bilder später, unter anderem auch mit einem kleinen sehr fotogenen Eichhörnchen, traten wir den Rückweg an. Da sich die Umgebung auf den nächsten 5km nicht mehr stark ändern würde, wollten wir lieber noch ein paar andere Aussichtspunkte anfahren. Wie bereits erwartet, war der Aufstieg weitaus anstrengender und man benötigt tatsächlich in etwa die doppelte Zeit. Wieder am oberen Rand des Canyon angekommen, fuhren wir weiter in Richtung Osten und nutzten viele der Haltepunkte entlang des Rim Trails und genossen die Aussicht. Gegen Sonnenuntergang erreichten wir den Dessert View Point, von dort hatte man einen fantastischen Blick in das Tal und etwas weiter entfernt konnte man tatsächlich auch ein bisschen der Wüste erkennen. Die untergehende Sonne tauchte den Stein in ein tolles Licht und wir blieben bis sie hinter dem Horizont verschwunden war.

 

Nach dem Sonnenuntergang konnte man sofort merken, wie es kälter wurde und auch in der nächsten Nacht gab es wieder leichten Frost. Trotz dieser Bedingungen haben wir unterwegs einige getroffen, die mit voller Ausrüstung in den Canyon stiegen, um dort zu campen.